Hagen – Spontane Demonstration – Kurden gingen auf die Straße

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Hagen, 07.10.2014 – (fb) Friedliche Demonstration in Hagen – Mehr als 100 Kurden gingen auf die Straße um auf die Situation in und um Kobane aufmerksam zu machen. Rund 50 Polizistinnen und Polizisten waren im Einsatz.

(at) Es war eine emotionale, aber friedliche Demonstration! Zwischen 120 und 150 Menschen haben bei einer unangemeldeten Demonstration in der Hagener Innenstadt auf die Auseinandersetzungen in der umkämpften kurdischen Stadt Kobane aufmerksam gemacht.

Die Aktion “Perspektive Kurdistan” hatte über ihre Facebook-Seite zu spontanen Demonstrationen in ganz Deutschland aufgerufen.

Die kurdischen Demonstranten versammelten sich zunächst in der Kurdischen Moschee dort entschieden sie sich zu einer spontanen Demo.

Mit einem Sitzstreik am Graf-von-Galen-Ring machten die Demonstranten auf sich aufmerksam. Die Demonstranten schwenkten Fahnen und skandierten Parolen. Die Polizei eilte und sperrte den Bereich für den Fahrzeugverkehr komplett ab. Außerdem forderte die Hagener Polizei zusätzlich Unterstützungskräfte an.

Der Protestzug setzte sich vom Hauptbahnhof, über die Schwenke in Richtung Friedrich-Ebert-Platz dort versammelten sich die Teilnehmer zu einer Zwischenkundgebung. Sie forderten dort ein Interview mit den heimischen Pressevertreter, um auf die Zustände aufmerksam zu machen. Die Polizei konnte ein Gespräch zwischen Vertreter der Presse und den Veranstalter arrangieren – sie trugen ihre Forderungen vor.

Der Protestzug setzte sich dann über die Körnerstraße in Richtung Hauptbahnhof in Bewegung, vor Ort gab es eine Abschlusskundgebung. Gegen 22:30 Uhr lösten sich dann die Teilnehmer auf.

Laut Polizei verlief die Demonstration ohne Zwischenfälle. Rund 50 Polizeikräfte waren im Einsatz. Die Polizei bewerte die Situation als spontane Demonstration.

Ähnliche Demonstrationen gab es am Abend auch in Dortmund und in Essen. In Dortmund besetzten kurdische Jugendliche die Dortmunder CDU Geschäftsstelle. Die Besetzer forderten ein Gespräch mit dem Dortmunder Bundestagsabgeordneten.

Die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt Kobane in Nordsyrien steht seit Tagen kurz davor, von der Terrormiliz IS eingenommen zu werden. Gestern tobten dort wieder heftige Kämpfe. Den knapp 55 000 Einwohnern drohen Folter und Mord – bei der Demo wurde deshalb auch mehr militärische Unterstützung für Kobane und seine Bewohner eingefordert.

Text: Alex Talash