Spannender Vortrag für Flüchtlingshelfer über Syrien

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Märkischer Kreis. (pmk). Im Lüdenscheider Kreishaus verfolgten über 40 Besucher gebannt dem Vortrag von Dr. Sabine Mangold-Will über Syrien. Die Historikerin von der Bergischen Gesamthochschule Wuppertal nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in ein Land, welches auch einmal gute Zeiten gesehen hat. Sie selbst habe als Studentin an der Universität in Damaskus Syrien seinerzeit als weltoffenen und säkularen Staat mit einer deutlichen Trennung zwischen staatlichen und religiösen Institutionen erlebt. Zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen hatte das Kommunalen Integrationszentrum des Kreises vor allem haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe.
Die Referentin spannte einen weiten Bogen von den Anfängen in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als Syrien nach dem Ersten Weltkrieg von den ehemaligen Kolonialmächten quasi am Reißbrett entstand. Der Vielvölkerstaat erhielt 1973 zwar eine säkulare Verfassung, legte dabei aber den Islam als Staatsreligion fest. Nach immer wiederkehrenden Putschen übernahm Hafiz al-Assad, der Vater des jetzigen Staatsoberhauptes, im Jahr 1970 die Macht in Syrien. Das langjährige Regime seiner Familie hielt alle Gewaltkonflikte im Land mit sofortigem brutalem Eingreifen unter Kontrolle. Trotz der vorherrschenden Diktatur blühte Syrien in dieser Zeit wirtschaftlich auf und der damalige Präsident erfreute sich einer hohen Beliebtheit.
Als die Unterstützung aus der Sowjetunion in den 1990er Jahren ausblieb, hatte dies weitreichende wirtschaftliche Folgen. Die regionalen, dürrebedingten Versorgungsengpässe in der Region rund um Dar’a sowie die Konfliktlage im Nahen Osten und der beginnende arabische Frühling, führten letztlich zu dem seit 2011 andauernden Bürgerkrieg in Syrien.
Auf die Frage, ob sie eine Prognose zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien wagen könne, tendierte Mangold-Will zu einer vorsichtigen Einschätzung dahingehend, dass die Kampfhandlungen in den nächsten Jahren vielleicht aufhören mögen, eine Befriedung des Landes damit aber noch längst nicht erreicht sei.
Die Veranstalter, Sarah Stausberg und Penelopi Kouloukourgiotou vom waren mit der Veranstaltung und der anschließenden Diskussion vollauf zufrieden. Am 6. April geht es weiter mit einer Veranstaltung zum Thema „Religiöser Extremismus“. Los geht es um 16:00 Uhr in den Räumen der Volkshochschule Iserlohn. Interessierte können sich noch anmelden unter komm-an@maerkischer-kreis.de oder per Telefon unter der Rufnummer 02351 966-6514 oder 6856. Diese Veranstaltung ist ebenfalls kostenlos. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

 

Pressemitteilung von Freitag, 24. März 2017
Märkischer Kreis