„Wolf & Mensch“ im Kreishaus

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Märkischer Kreis. (pmk). Der Wolf kehrt zurück. In Brandenburg ist er schon, in Ostwestfalen wurde unlängst ein Wolf von einem Auto erfasst und getötet. “Wolf & Mensch – Auf Spurensuche in Brandenburg” heißt eine Ausstellung, die ab Anfang Mai im Lüdenscheider Kreishaus zu sehen ist.

Die Ausstellung “Wolf & Mensch – auf Spurensuche in Brandenburg” ist demnächst im Lüdenscheider Kreishaus zu sehen. Foto: Ilona Ertle/Märkischer Kreis

„Wolf & Mensch – Auf Spurensuche in Brandenburg“ heißt eine Wanderausstellung, die vom 4. Mai bis zum 19. Juni im Foyer des Lüdenscheider Kreishauses zu sehen ist. Die vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft in Kooperation mit dem Landkreis Elbe-Elster, dem Partnerschaftskreis des Märkischen Kreises, entwickelte Wanderausstellung behandelt das durchaus ambivalente Verhältnis zwischen dem Wildtier und den Menschen unter verschiedenen Aspekten, wie Biologie und Lebensweise des Wolfes, Jagdgeschichte, aber auch Mythologie und Volksglauben. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 04. Mai, 11 Uhr, von Landrat Thomas Gemke. Er kann dazu voraussichtlich auch Landrat Christian Heinrich-Jaschinski aus dem Landkreis Elbe-Elster begrüßen.

Mit der Wiedervereinigung verbesserten sich die Chancen für den Wolf, der unter strengen Schutz gestellt wurde. Im Jahr 2000 erblickten erste Wolfswelpen auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen in freier Natur das Licht der Welt. Inzwischen wurden Wölfe in allen Landesteilen Brandenburgs nachgewiesen. Sie ziehen offenbar weiter nach Westen. In Nordrhein-Westfalen ist erstmals in diesem Jahr wieder ein wildlebender Wolf gesehen worden. Dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, steht zweifelsfrei fest. In Petershagen, Kreis Minden-Lübbecke, wurde vor einigen Tagen ein Wolf überfahren. Das Tier ist verendet. Anhand von Foto-Belegen konnte im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW eine erste Bewertung vorgenommen werden. Die DBBW (Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf) hat diese Bewertung bestätigt. Die jüngsten Ereignisse in Ostwestfalen verleihen der Ausstellung im Lüdenscheider Kreishaus eine zusätzliche Aktualität.

Nach Information des LANUV galt der Wolf auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Ein genaues Aussterbejahr lasse sich allerdings nicht mehr rekonstruieren. 1835 wurde in Ascheberg-Herbern (Westfalen) das letzte Mal die Erlegung eines Wolfes auf dem Gebiet des heutigen NRW dokumentiert, im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts bei Hilden. Aus dem Winter 1963/1964 soll es einen Abschuss eines einzelnen Wolfes in NRW bei Bergheim gegeben haben. Über die Herkunft des Tieres ist hingegen nichts bekannt. Der erste Wolfsnachweis seither konnte 2009 bestätigt werden, als ein Wolf aus Nordhessen die Grenze von NRW (Kreis Höxter) überquerte. Dieser Wolfsrüde hatte seit 2006 im Reinhardswald in Hessen gelebt und war im April 2011 tot aufgefunden worden.

Foto: Ilona Ertle/Märkischer Kreis / Pressemitteilung von Donnerstag, 6. April 2017
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