Ennepetal-Voerde – Schüsse auf Exfreundin – Tatverdächtiger ließ sich widerstandslos festnehmen

Ennepetal-Voerde, 25.07.2013 – (fb) Der Mann, der am Dienstagabend auf seine Exfreundin geschossen haben soll und nach dem fieberhaft gefahndet wurde, ist in Voerde verhaftet worden. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.

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Heute nachmittag erfolgte der Zugriff. Gegen 16 Uhr konnte der 22-Jährige, der vorgestern seiner Ex-Freundin (19) mit einer großkalibrigen Waffe in den Hals geschossen haben soll, festgenommen werden. Zivilfahnder hatten sich an seine Fersen geheftet und in einem günstigen Moment zugeschlagen. Der Zugriff erfolgte in einem Bus in der Nähe eines Discounters. Die Tatwaffe, eine “45er” Pistole, wurde noch nicht gefunden. Sie soll aus dem Bestand seines Vaters stammen, einem Sportschützen.

Die Frau aus Hagen-Haspe schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

Update nach der Pressekonferenz im Polizeipräsidium Hoheleye

Entgegen ersten Meldungen wurde der Tatverdächtige nicht im Bus festgenommen. Die Polizei erhielt mehrere Anrufe, der Gesuchte sei in einem Bus in Richtung Breckerfeld gesehen worden. In Höhe eines Discounters verließ er den Bus und ging, ohne Schuhe und ohne Socken, über den Parkplatz in den Verbrauchermarkt und erledigte dort kleinere Einkäufe..Danach ging er über den hinteren Teil des Parkplatzes eine kleine Treppe zu einer Nebenstraße hoch, wo er auf seine Schwester traf, die dort in Begleitung eines bisher Unbekannten war. Zufällig, wie sie der Polizei glaubhaft versichern konnte. Sie sei auf Grund der starken Polizeikräfte dort hin gegangen. Der Tatverdächtige ließ sich widerstandslos festnehmen.

In sozialen Netzwerken wurde der Tatverdächtige als “rechtsradikal” bzw. “der rechten Szene” zugehörend und als mehrfach vorbestrafter Gewalttäter beschrieben. Beidem widersprach Bernd Haldorn, ermittelnder Staatsanwalt in Hagen ausdrücklich. Es sei im Jahre 2009 eine Jugendstrafe erlassen worden. Seitdem habe es keine Ermittlungen wegen Gewaltdelikten gegen den Tatverdächtigen ergeben. Einmal habe der Staatsschutz wegen eines “selbstgedruckten T-Shirts” ermittelt, der Anfangsverdacht bestätigte sich jedoch nicht und das Verfahren wurde eingestellt.

Während seiner Flucht hat sich der Beschuldigte im Ennepetaler Raum aufgehalten, überwiegend wohl draußen. Er trug noch die Kleidung, die er am Tattag getragen hat, allerdings war er barfuß.

Zu den Vorwürfen macht er keine Angaben, ebenso zum Verbleib der Schusswaffe und wie sie in seinen Besitz kam. Da bleiben die Ermittlungen abzuwarten. Sein Vater ist Jäger und Sportschütze, wurde bestätigt. Ob es sich zum Beispiel um dessen Waffe handele, könne erst gesagt werden, wenn die Waffe gefunden wäre. Entgegen vorheriger Meldungen war diesbezüglich von keiner Kooperation die Rede.

In Bearbeitung:
TV-Material

O-Ton von Birte Boenisch, Polizeisprecherin Polizei Ennepe-Ruhr-Kreis (.mp3 / © NRWspot.de) O-Ton von Klaus Bittner, Leiter der Mordkommission Polizei Hagen (.mp3/ © NRWspot.de) O-Ton von Bernd Haldorn, Staatsanwalt Staatsanwaltschaft Hagen (.mp3/ © NRWspot.de)
Foto: Alex Talash – www.alex-talash.de

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