Unser Blick auf Polen – Deutsche Schüler berichten
Märkischer Kreis. (pmk). Der deutsch-polnische Jugendaustausch “Junge Journalisten recherchieren die besondere, durch Kriege gezeichnete Beziehung zwischen Deutschland und Polen” geht in die zweite Runde: Am Freitag, 5. Oktober, kommen die Schülerreporter Sandra Gajda, Anna Kacprowisz und Szymon Nachlik aus dem polnischen Partnerkreis Ratibor in den Märkischen Kreis. Begleitet werden sie von der Partnerschaftsbeauftragten Karolina Kunicka, der Polnischlehrerin Grazyna Strózik und der Redakteurin des deutschen Minderheitssenders Radio “Mittendrin”, Anita Pendzialek.
In Lüdenscheid treffen sie die Schüler Jonas Leiber vom Bergstadtgymnasium sowie Enes Senkulak und Christian Geng vom Zeppelin-Gymnasium, den Geschichtslehrer Thomas Miebach, die Partnerschaftsbeauftragte des Märkischen Kreises, Isabelle Schöneborn, sowie Pressereferentin Ulla Erkens. Auf dem Programm im Märkischen Kreis stehen unter anderem die Themenblöcke “Polnische Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs” und “Migration in die BRD” mit verschiedenen Interviewpartnern.
Nach ihrem ersten Eindruck vom polnischen Partnerkreis Ratibor, den Christian Geng, Jonas Leiber und Enes Senkulak vom 15. bis 18. September besucht haben, berichten die Schüler positiv überrascht.
“Bei uns gab es zwei unterschiedliche Erwartungen an Polen, die zwei Fragen aufwarfen: Gleicht Polen, was die Infrastruktur anbetrifft, Deutschland? Oder haben wir es mit einem vorwiegend ländlich geprägten und wirtschaftlich schwachen Land zu tun, dessen Bevölkerung größtenteils katholisch-konservativ eingestellt ist?
In Polen angekommen stellten wir zunächst fest, dass die Qualität der Autobahn zwischen Kattowitz und Ratibor schlechter ist, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Die Infrastruktur in der Stadt Ratibor ähnelt aber der in Lüdenscheid. Das Stadtbild ist geprägt von verschiedensten Freizeitmöglichkeiten angefangen bei vielen Parkanlagen bis hin zu Freiluft-Sportanlagen inklusive Fitnessbereich. Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort, insbesondere mit den Schülern an der Ratiborer Schule, haben bei uns ein durchweg positives Bild bewirkt. Auch die Vertreter der Deutschen Minderheit (Deutscher Freundeskreis, dfk) wie beispielsweise Willibald Fabian aus Ratibor oder Brunon Chrzibek aus Tworkau waren ausgesprochen gastfreundlich und haben uns gerne Rede und Antwort gestanden. Interessant war auch die Führung durch die Heimatstube in Tworkau, in der wir viel über schlesische Traditionen gelernt haben.
Überrascht hat uns, wie viele Menschen in Ratibor mit uns Deutsch gesprochen haben. Ein weiterer Punkt, der uns doch sehr erstaunt hat, ist die starke Präsenz der katholischen Kirche mit einem Kruzifix in jedem Klassenzimmer. Zu Deutschland, das eher multikulturell geprägt ist, steht dieser starke religiöse Einfluss in Kontrast. Insgesamt gesehen, hat uns unser kurzer Besuch in Polen positiv überrascht und einige unserer Vorurteile wurden durch die guten Erlebnisse und Begegnungen widerlegt” –(cje)
Pressemitteilung von Donnerstag, 4. Oktober 2018
Märkischer Kreis