POL-BO: Stellungnahme zur Vergewaltigung in Bochum

Bochum (ots) РAm 18. Februar ist der Bochumer Polizei ein Sexualdelikt an der Harpener Straße (Friedhof) in Bochum angezeigt worden. Nach ersten Informationen wurde eine Bochumerin gegen etwa 7 Uhr von einem unbekannten Täter mit einem Stein bewusstlos geschlagen. Sie erwachte teilweise unbekleidet und vermutete eine Vergewaltigung.

Das Bochumer Fachkommissariat f√ľr Sexualdelikte (KK 12) hat die sofortigen weiteren Ermittlungen aufgenommen. Aufgrund des physischen und psychischen Zustandes des Opfers konnten die Kripobeamten erst am 20. Februar eine Vernehmung durchf√ľhren.

Dabei stellte sich heraus, dass die Gesch√§digte auf ihrem Nachhauseweg war und sie den T√§ter kurz zuvor zuf√§llig in Tatortn√§he getroffen hatte. Nach einem Gespr√§ch setzten beide gemeinsam ihren Weg √ľber den Friedhof fort. Hierbei griff der T√§ter die Gesch√§digte an und es kam zu massiven sexuellen Missbrauchshandlungen.

Der Täter entfernte sich nach der Vergewaltigung mit einem Taxi.

Durch intensive Ermittlungsma√ünahmen konnte am 21. Februar ein erster Hinweis auf den m√∂glichen Tatverd√§chtigen, einen 30-j√§hrigen Bochumer, erlangt werden. Dieser Mann ist im Programm der Konzeption zum Umgang mit r√ľckfallgef√§hrdeten Sexualstraft√§tern des Landes Nordrhein-Westfalen (“KURS”) erfasst.

Nachdem der Tatverdacht verifiziert werden konnte, nahmen die Ermittler den Tatverdächtigen mit richterlichem Beschluss am 23. Februar an seiner Wohnanschrift in Bochum fest.

Der Festgenommene ist einschl√§gig vorbestraft, er steht seit Mitte 2014 unter F√ľhrungsaufsicht und befindet sich seitdem im genannten “KURS” Programm.

Das Konzept sieht mit verschiedenen Institutionen (Strafvollzug, F√ľhrungsaufsicht, Bew√§hrungshilfe, Staatsanwaltschaft) eng abgestimmte Ma√ünahmen vor. Hierzu geh√∂ren unter anderem:

   -	Die √úberpr√ľfung der Wohnsituation
   -	Gefährderansprachen
   -	Gespräche mit Betroffenen, z. B. der Lebensgefährtin
   -	Anlassbezogene Observationen
   -	√úberpr√ľfungen der Weisungen der F√ľhrungsaufsicht
   -	√úberpr√ľfung, ob der Proband die Therapieangebote wahrnimmt.

Dies alles haben wir in Abstimmung mit den zuvor genannten Institutionen umgesetzt. Und die Sozialprognose des Tatverdächtigen war gut:

   -	feste Partnerin, diese hatte Kenntnis von seiner kriminellen 
Vorgeschichte
   -	feste Arbeit
   -	nahm Therapieangebote wahr

Jeder Einzelfall muss genau bewertet werden, denn nicht jeder, der eine schwerwiegende Sexualstraftat begangen hat,

   -	ist in gleicher Weise gefährlich
   -	wird r√ľckf√§llig
   -	kann ein Leben lang eingesperrt werden

Insofern ist jeder Fall eine Gratwanderung. Eine absolute Sicherheit vor einem R√ľckfall gibt es nicht. Einen erneuten Tatentschluss trifft der T√§ter selbst.

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Dennoch war es aus heutiger Sicht ein Fehler, die Festnahme des Bochumers, eine Person aus dem “KURS Konzept”, nicht den Medien mitzuteilen. Wir wissen, dass Sexualstraftaten die Bev√∂lkerung zutiefst beunruhigen. Darum sind wir besonders froh, dass der Tatverd√§chtige in Untersuchungshaft ist.

In diesem Fall haben wir uns aus Gr√ľnden des Opferschutzes bewusst gegen eine Ver√∂ffentlichung entschieden. Zuk√ľnftig werden wir in vergleichbaren F√§llen offensiv berichten.

Quelle Original-Content von: Polizei Bochum, √ľbermittelt durch news aktuell – https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/3879197