Dortmunder Rettungsdienst darf nicht zum Spekulationsobjekt werden! Feuerwehrgewerkschaft lehnt Privatisierung ab

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Dortmund – Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) warnt davor, dass der Rettungsdienst zunehmend zum Spekulationsobjekt von Investoren wird. Die Reinolds Rettungsdienst GmbH versucht derzeit mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen zu verhindern, dass der Rat der Stadt Dortmund am 17. Mai den neuen Rettungsdienstbedarfsplan verabschieden kann. Auch andere Firmen agieren bereits im Hintergrund, um Konzessionen im Dortmunder Rettungsdienst zu erhalten. Wie in Dortmund ist landesweit festzustellen, dass privatwirtschaftliche Betriebe den Rettungsdienst als Profitquelle entdeckt haben.

“Bei der Organisation des Rettungsdienstes muss es um die Sicherstellung schneller und qualifizierter Hilfe beim Patienten gehen. Doch stattdessen spielen immer häufiger Profitinteressen die zentrale Rolle”, kritisiert Andreas Jedamzik, stellv. Landesvorsitzender der DFeuG.

Es sei “unverantwortlich, ein über Jahrzehnte bewährte Kooperation zwischen Feuerwehr und Hilfsorganisationen an Investoren auszuliefern”. Die Firmen seien auf Profitmaximierung ausgelegt. “Zunächst setzten sie alles daran, die Konzession für Rettungsfahrzeuge zu bekommen, dann wird versucht die Erträge durch Expansion und Kostensenkung zu steigern”, erklärt Jedamzik weiter. “Der Betrieb im marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystem kennt nur ein Ziel: die Gewinnmaximierung.”

Wenn nicht mehr die bestmögliche rettungsdienstliche Versorgung der Menschen im Vordergrund stehe, sondern das Streben nach Profit, dann wirke sich das negativ auf das gesamte System aus. Patienten und Beschäftigte hätten das Nachsehen.

Jedamzik: “Dortmund hat ein gut funktionierendes, weit über die Stadtgrenzen anerkanntes System schneller, professioneller Hilfe, das nicht zerschlagen werden darf! Durch eine über Jahrzehnte bewährte Kooperation zwischen Feuerwehr und Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH und MHD) wird in Dortmund der Rettungs- und Notarztdienst mit qualifizierter Erstversorgung gestellt. Nur so kann erreicht werden, dass Vorhaltekosten für Großschadenslagen nicht an den Bürgerinnen und Bürgern hängen bleiben. “Bei Bedarf können Feuerwehr und Hilfsorganisationen zusätzlich auf ihre ehrenamtlichen Kräfte bauen. So ist auch bei einer Vielzahl von Verletzten und besonderen Lagen eine große Schlagkraft garantiert; auch über mehrere Tage. Durch die Option einer Verschiebung von hochqualifiziertem Rettungsdienstpersonal zwischen Brandschutz und Rettungsdienst kann auf kurzfristige Einsatzspitzen in der Notfallrettung sofort reagiert werden. Immer das Wohl der Patienten im Fokus, zeichnet eine durchgängige Organisations- und Führungsstruktur dieses System aus. “Das darf nicht zugunsten des Profits von Investoren geopfert werden“, resümiert Jedamzik.

Quelle: +++Pressemitteilung Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft+++ Solingen, 07.05.2018