„Kein Tier hat Sprengung der Talbrücke Rahmede verzögert“

Märkischer Kreis. (pmk). Kein Tier hat die Sprengung der A45-Talbrücke Rahmede verzögert. Das machten Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und Dr. Johannes Osing, Fachdienstleiter Umwelt beim Märkischen Kreis, im Ausschuss für Umweltschutz deutlich.
Der schnelle Ausbau der Talbrücke Rahmede ist von überragendem Interesse für die Allgemeinheit. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist der Sprengabbruch, der am kommenden Sonntag, 7. Mai, um 12 Uhr erfolgen wird. Um die Sprengung möglich zu machen, hat die Untere Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises in den vergangenen Wochen und Monaten ganze Arbeit geleistet. Für den Sprengabbruch ist der Autobahn GmbH unter anderem eine „Befreiung“ erteilt worden. Der lokale Artenschutz hat dabei – unabhängig der enormen regionalen und überregionalen Bedeutung des Brückenneubaus – eine entscheidende Rolle gespielt.
Im Ausschuss für Umweltschutz räumten Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und der unter anderem für den Bereich Naturschutz zuständige Fachdienstleiter Umwelt, Dr. Johannes Osing, mit dem Mythos auf, Hasel- und Fledermäuse oder Wanderfalken hätten den Sprengabbruch der A45-Talbrücke Rahmede gebremst. „Kein Tier hat die Sprengung um eine Minute verzögert – und wird es auch nicht“, machten sie deutlich. Selbstverständlich sei es Aufgabe der Unteren Naturschutzbehörde des Märkischen Kreises und der Höheren Naturschutzbehörde (Bezirksregierung Arnsberg), den Artenschutz weiterhin zu gewährleisten. Denn die Baumaßnahmen rund um die Talbrücke Rahmede sind erheblich. Auf mehr als drei Hektar wurden Bäume gefällt, Boden für Baustraßen verdichtet und Material – insbesondere für das Fallbett – aufgebracht, um die Sprengung und folglich den Neubau zu ermöglichen. Dadurch wird der Lebensraum von Tieren und Pflanzen erheblich umgestaltet. Die Brücke selbst ist über die Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Lebensraum, vor allem eine Brutstätte für Vögel und ein Winterquartier für Fledermäuse geworden. Unabhängig von der „Befreiung“ zur Sprengung der Brücke gibt es rechtliche Vorgaben des Artenschutzes und die Notwendigkeit, den Eingriff in die Natur zu kompensieren.

Was gemacht worden ist
Die entsprechenden Nachweise, etwa zu Ersatzquartieren für streng geschützte Arten wie die Haselmaus, hat die Autobahn GmbH längst erbracht, teilte Dr. Johannes Osing im Ausschuss für Umweltschutz mit. Was wurde gemacht? Für die Haselmaus ist ein attraktives Ersatzhabitat als Ausgleich für die genommene Fläche angelegt worden. Etwa 300 Nistkästen, sogenannte Kobel, wurden geschaffen. Für Fledermäuse sind Ersatzquartiere, insbesondere in vorhandenen unterirdischen Stollen und Bunkern, sowie sieben Fledermaustürme und 40 Winterquartierkästen errichtet worden, die nachweislich auch genutzt werden. 5.000 Ersatzplätze wurden errichtet – deutlich mehr als erforderlich. „Selbstverständlich kontrollieren wir die Ersatzquartiere. Vier verschiedene Fledermausarten wurden dort bereits entdeckt“, berichtete Osing.
Ende April hatte zudem ein Team aus spezialisierten Ornithologen der AG Wanderfalkenschutz NRW im NABU und der Umweltbaubegleitung der Autobahn GmbH – begleitet und gesichert von Industriekletterern – zwei Wanderfalken-Küken behutsam aus einem Nistplatz im Längsträger der Talbrücke Rahmede entnommen. Die Jungvögel wurden umgesiedelt, dem gesetzlichen Artenschutz damit Rechnung getragen. Dr. Johannes Osing zog eine positive Bilanz: „Alle Maßnahmen dienten dazu, Konflikte in Bezug auf den Artenschutz zu vermeiden. Das ist durch die sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten gelungen. Ein großer Dank gilt dabei den ehrenamtlich tätigen Naturschützerinnen und Naturschützern, ohne deren Mitwirkung und Planung dies so nicht geklappt hätte. Der Schutz der Tiere konnte auf diese Art soweit wie möglich gewährleistet werden, ohne Einfluss auf die Brückensprengung zu nehmen.“
Quelle: Märkischer Kreis. (pmk)
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