Steigende Coronazahlen fordern Solidarität unter den Hagenerinnen und Hagenern

12. Oktober 2022 – “Nach zweieinhalb Jahren Coronapandemie haben viele Hagenerinnen und Hagener wieder in ihren normalen Alltag gefunden,” so Antje Funke, Bereichsleiterin des medizinisch-technischen Gesundheitswesens beim Gesundheitsamt der Stadt Hagen. “Dabei vergessen sie leider oftmals die weiterhin bestehenden Risiken, die eine COVID-19 Erkrankung für sie selbst und ihre Mitmenschen bedeuten kann”. Die Herbstwelle des Coronavirus ist längst auch in Hagen angekommen. Anders als noch vor einigen Monaten lassen sich heute aber nur noch wenige Menschen regelmäßig testen, weshalb die Dunkelziffer an Coronainfektionen vermutlich deutlich höher liegt.

Bei einer durchschnittlichen Inkubationszeit von drei Tagen besteht zum Teil noch vor dem Beginn erster Symptome eine erhöhte Ansteckungsgefahr. In anderen Fällen machen die Betroffenen beim Auftreten erster Symptome einen Schnelltest, der aber zu Beginn der Erkrankung noch negativ ausfällt und erst Stunden oder Tage später ein positives Ergebnis anzeigt. Mit Beginn der Erkältungssaison nehmen die Menschen verdächtige Symptome oftmals nicht ernst oder sie suchen nicht den Kontakt zu ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt. Trotz der gesetzlichen Verpflichtung (Paragraph 2, Corona-Test-und-Quarantäneverordnung des Landes NRW) lassen die Betroffenen ein positives Selbsttestergebnis oftmals nicht durch einen Kontrolltest an einer Teststelle oder beim Hausarzt überprüfen. “Das Verhalten führt immer wieder zu Problemen wie beispielsweise bei PCR-Testungen vor Antritt eines geplanten Krankenhausaufenthaltes. Hier kann es passieren, dass bei dem PCR-Test noch ein Restvirus einer abgelaufenen COVID-19-Infektion gefunden wird, diese aber nie durch einen PCR-Test bestätigt wurde”, berichtet Antje Funke. Im Zweifel muss die betroffene Person dann eine Operation verschieben oder kann eine geplante Kur nicht antreten.

Zehn Ausbruchsgeschehen in Alten- und Pflegeheimen
Im Gegensatz zu der hohen Dunkelziffer unter den Hagenerinnen und Hagenern sind die Fallzahlen im Bereich von Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern aufgrund von den verpflichtenden Testungen aussagekräftig. Aktuell gibt es in den Hagener Alten- und Pflegeheimen zehn Infektionsausbrüche mit insgesamt 184 im Verlauf positiv getesteten Personen (132 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Im Verlauf der Erkrankung mussten 17 Bewohnerinnen und Bewohner ins Krankenhaus und sieben Personen sind verstorben. Das Gesundheitsamt beobachtet weitere zehn Alten- und Pflegeheime sowie vier Tagespflegestellen, da es hier ebenfalls zu Einzelfällen kam. Erste Erfahrungen mit dem Einsatz antiviraler Therapeutika sind dabei positiv. Nicht nur die Verläufe für den Einzelnen selbst sind kürzer, sondern die Infektionsketten können auch schneller unterbrochen werden. Ansprechpartner ist jeweils der Hausarzt.

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Die Lage in den Krankenhäusern
Die Anzahl der Krankenhauspatienten, bei denen eine COVID-19 Infektion nachgewiesen ist, befindet sich aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie bei den vorherigen Infektionswellen. Dabei ist bei etwa der Hälfte der Patienten COVID-19 der Grund für den Krankenhausaufenthalt. Dies betrifft vor allem ältere und vorerkrankte Menschen. Bei der anderen Hälfte stellt die COVID-19-Infektion eher einen Zufallsbefund dar. Dennoch belasten auch sie die Krankenhäuser, denn die infizierten Personen müssen isoliert werden, führen zu erheblichem Mehraufwand für das Personal und blockieren durch die Isolation freie Betten.

Gesundheitsamt ruft zur Solidarität mit gefährdeten Gruppen auf
Die gesundheitlich besonders gefährdeten Gruppen können sich nicht eigenverantwortlich schützen. “Die Solidarität unter den Hagenerinnen und Hagenern ist weiterhin entscheidend, um die gefährdeten Mitmenschen zu schützen”, appelliert Antje Funke. Im Rahmen der Solidarität untereinander gelten weiterhin die bekannten Schutzmaßnahmen wie ein aktueller Impfschutz, regelmäßiges Stoßlüften und das Tragen von Masken in geschlossenen Räumen oder unübersichtlichen Situationen. Dieses Handeln schützt ebenso wie eine regelmäßige Händedesinfektion vor eigener Ansteckung über die Luft oder über Oberflächen (beispielsweise Türklinken oder Einkaufswagen) und somit auch vor der Verbreitung des Coronavirus.

Was tun bei Symptomen?
Sollten Bürgerinnen oder Bürger Symptome wie beispielsweise Abgeschlagenheit, Erkältungsanzeichen, Kopfschmerzen oder Durchfall feststellen, kann ein Test und je nach Testergebnis eine Isolation weitere Ansteckungen verhindern. Ein Schnelltest vor einem geplanten Besuch im Krankenhaus oder Alten- und Pflegeheim ist gesetzlich verpflichtend und in diesem Fall kostenlos möglich. Dieser sollte unmittelbar vor dem Besuch durchgeführt werden, um eine größtmögliche Aussagekraft zu haben. Antworten auf häufig gestellte Fragen in Zusammenhang mit dem Coronavirus finden Interessierte unter www.hagen.de/corona-faq.

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