Hinweise auf britische Virusmutation in Hagen entdeckt

Hinweise auf britische Virusmutation in Hagen entdeckt

1. Februar 2021 – Verschiedene Mutationen des Coronavirus wurden bereits weltweit identifiziert –  inzwischen auch in Deutschland: Ende Dezember berichtete das Land Baden-WĂŒrttemberg erstmals ĂŒber einen Nachweis von B.1.1.7, der britischen Virusvariante.  Nach weiteren FĂ€llen in mehreren BundeslĂ€ndern und einzelne AusbrĂŒche gibt es nun auch Hinweise auf InfektionsfĂ€lle mit der britischen Virusvariante in Hagen.

Wie wurde die Mutation in Hagen entdeckt?
“Im Rahmen eines Testlaufs fĂŒr eine neuen Untersuchung, die sogenannte Sequenzierung, hat das Labor, mit dem wir zusammenarbeiten, zufĂ€llig ausgesuchte Proben genau untersucht”, erklĂ€rt Dr. Anjali Scholten, Leiterin des Gesundheitsamtes der Stadt Hagen. “In diesem Rahmen hat sich in neun FĂ€llen ein Hinweis auf die Virusvariante B.1.1.7 ergeben. Weitere Proben werden Anfang der Woche geprĂŒft.”  Mit der Sequenzierung lassen sich Virusmutationen nachweisen, das Verfahren ist allerdings kostspielig und das Ergebnis liegt erst nach mehreren Wochen vor. Hinweise auf Mutationen lassen sich auch in einem zweistufigen PCR-Verfahren ermitteln. Das Gesundheitsamt der Stadt Hagen stimmt daher aktuell mit der Bezirksregierung und dem Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen ab, ob die Hinweise auf eine Mutation durch PCR ausreichen.

Mutation ist ansteckender, Impfung wirkt
Die Mutation ist wahrscheinlich ansteckender als andere Varianten. “Grund hierfĂŒr ist eine Änderung an den Spikes, das sind die Teile des Virus, mit denen es an die menschlichen Zellen andockt”, erlĂ€utert Dr. Scholten. “Nach bisherigen Beobachtungen ist nicht davon auszugehen, dass diese Variante schlimmere KrankheitsverlĂ€ufe oder mehr TodesfĂ€lle verursacht. Hinweise auf eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht.”

Gesundheitsamt passt Vorgehen an
Um eine Ausbreitung dieser ansteckenderen Variante unbedingt zu verhindern, passt das Gesundheitsamt der Stadt Hagen sein Vorgehen hinsichtlich des Infektionschutzes an.

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Vorgehen bei IndexfÀllen
Alle IndexfĂ€lle (Ein positiv auf Corona getesteter Mensch gilt als Indexfall)   werden an Tag zehn der QuarantĂ€ne ein zweites Mal getestet. Eine Entlassung aus der QuarantĂ€ne erfolgt erst, wenn der Retest negativ ausfĂ€llt oder bei einem plausiblen Krankheitsverlauf ĂŒber dem infektiösen ct-Wert liegt – das bedeutet, die Person ist dann nicht mehr ansteckend.

Vorgehen bei Kontaktpersonen der Kategorie 1
Die Kategorisierung der Kontaktpersonen als Kontaktperson 1 wird strenger gehandhabt. Die Kontaktpersonen der Kategorie 1 mĂŒssen fĂŒr 14 Tage in QuarantĂ€ne, eine Reduzierung der QuarantĂ€ne durch ein negatives Testergebnis ist nicht mehr möglich. Alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 werden zweimal getestet, zunĂ€chst zu Beginn der QuarantĂ€ne und am zwölften Tag.

Was mĂŒssen die Hagenerinnen und Hagener beachten?
Die von der britischen Virusmutation betroffenen Personen sind informiert und werden engmaschig betreut. Alle Betroffenen befinden sich in QuarantÀne.

“Derzeit ist noch unklar, wie sich Mutationen des Coronavirus auf die Situation in Deutschland auswirkten”, ordnet Dr. Scholten die Situation ein und appelliert an alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger: “Bei erhöhter Übertragbarkeit der neuen Virusvarianten besteht die Möglichkeit, dass noch mehr Menschen an COVID-19 erkranken und sich die Lage weiter verschĂ€rft. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir die bekannten Regeln – mindestens 1,5 Meter Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lĂŒften – konsequent einhalten. Somit verhindern wir  auch die Ausbreitung der neuen, noch leichter ĂŒbertragbaren Variante und wirken der Überbeanspruchung der KrankenhĂ€user und  des öffentlichen Gesundheitsdienstes entgegen!”